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LocalZero:Alternatives Storytelling im Klimaaktivismus

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Version vom 25. August 2026, 11:55 Uhr von ManuelaK (Diskussion | Beiträge) (1. Entwurf)
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BremenZero lässt die Bremer Stadtmusikanten als Klimaschutzmusikanten neu aufleben und nutzt die bekannte Erzählung, um positive und aktivierende Botschaften zum Klimaschutz zu vermitteln. KlimaLautern verfolgt einen ähnlichen Ansatz: Das Team schreibt bekannte Märchen um und zeigt damit, dass die Geschichte einer klimafreundlichen Zukunft noch von uns geschrieben werden kann. Ihre aufwändig gestalteten Märchen-Plakate stellen sie anderen Teams frei zur Nutzung zur Verfügung.

Projektinfos

🔍 Nutzung von Märchen als Narrativ in der Klimakommunikation

🎯 Ziel: Menschen durch positiv besetzte, bekannte Erzählungen aktivieren und interessieren

Ergebnis: guter Gesprächseinstieg, Medienpräsenz

💪 Schwierigkeit: 2/3

📰 Presse: Wochenblatte Kaiserslautern

Die Bremer Klimaschutzmusikanten - BremenZero

Das BremenZero-Team zur Aktion Bremer Klimaschutzmusikanten
Das BremenZero-Team zur Aktion "Bremer Klimaschutzmusikanten"

Wer sind die Bremer Klimamusikanten?

Das Team von BremenZero hat die bekannte Erzählung der Bremer Stadtmusikanten der Gebrüder Grimm fortgeschrieben. Durch Umweltkatastrophen verlieren die vier Musikanten – der Esel, der Hund, die Katze und der Hahn – ihre Heimat und ziehen als Klimaflüchtlinge nach Bremen. Dort schließen sich die Vier der Klimaschutz-Initiative BremenZero an und helfen jede/r auf seine Art und Weise die Stadt Klimaneutral zu machen und werden so zu Symbolen des Wandels und der Hoffnung. Daher benennen sie sich um in „die Klimaschutzmusikanten”.

Woher kam die Idee?

Die Idee entstand aus der Beobachtung, dass die mediale Berichterstattung über die Klimakrise oft negative und lähmende Emotionen schürt, was häufig zu Resignation und Verdrängung führt. Um dem entgegenzuwirken, entwickelte BremenZero gemeinsam mit dem Bremer Grafikdesigner Alexander Ott[UL1]  die Idee, die bekannten Bremer Stadtmusikanten als moderne Klimaschutzmusikanten wiederzubeleben.

Was ist das Ziel?

“Die Klimaschutzmusikanten als Botschafter sollen Optimismus vermitteln, können aber auch mal zwinkernde positive Kritik anbringen. Sie haben den Blick auf die Klimakrise und vermitteln das eine Aussicht auf eine erfolgreiche Bewältigung der Krise besteht, wenn man sich über Nationalitäten und Vorurteile hinweg verbündet und mit kombinierten Fähigkeiten an einer Lösung arbeitet.” - Christian Haake von BremenZero

Anstatt auf Angst zu setzen, nutzen die Klimamusikanten das Prinzip des positiven Storytellings. Die bekannten Figuren des beliebten deutschen Märchens werden genutzt um aktivierende, positive Botschaften zu vermitteln und Handlungsoptionen aufzuzeigen. Die Figuren verkörpern unterschiedliche Formen des Aktivismus und zeigen, dass jede/r einen Beitrag leisten kann:

Die Bremer Klimaschutzmusikanten
Die Bremer Klimaschutzmusikanten
  • Der Esel: Steht für die körperliche Arbeit und technische Umsetzung (z. B. Errichtung von Windrädern und Solarpanels).
  • Der Hund: Symbolisiert Wachsamkeit und Sauberkeit (z. B. Mülltrennung).
  • Die Katze: Repräsentiert die Natur und lokale Versorgung (z. B. Gemeinschaftsgärten).
  • Der Hahn: Übernimmt die Rolle des Kommunikators, der Menschen aufklärt und mobilisiert.

Die zentrale Botschaft lautet: „Auch Du kannst etwas für das Klima tun!“

Wie aufwendig ist das?

Die Umsetzung ist als „einfach“ eingestuft, da es sich primär um eine kommunikative Strategie handelt. Sobald das Narrativ gestaltet ist und die grafischen Vorlagen existieren, lassen sich diese mit geringem Aufwand in soziale Medien, Flyer oder Webseiten integrieren, und erzeugen ein stimmiges Gesamtbild.

Funktioniert die Strategie? – 4 Fragen an Christian Haake von BremenZero

1.      Was habt ihr für Erfahrungen gesammelt mit dieser Kommunikationsstrategie?

BremenZero setzt die Klimaschutzmusikanten als Sympathiefiguren ein um zu aktuellen Themen oder Problemen passend zu informieren. Die Klimaschutzmusikanten haben eine unvergleichlich gute Wiedererkennung. Wir setzten Die Klimaschutzmusikanten auch für unseren Klimaschutzmusikanten Pavillon, für die Beachflag oder einen Präsentationscounter und vieles mehr ein. Auf beispielsweise Festivals oder Nachhaltigkeitsmärkten erzeugt dies Neugier und gute Gesprächsansätze, um so unsere Klimathemen zu transportieren.

2.    Helfen euch die Klimaschutzmusikanten, um mit Menschen in Kontakt zu kommen?

Eindeutige Antwort Ja! Erklärung: fragen wir Menschen, ob sie Interesse an Informationen zur Klimaneutralität oder Klimaschutz im Allgemeinen haben, so winken viele ab. Fragen wir aber: „weist Du schon das sich die Stadtmusikanten jetzt in “Die Klimaschutzmusikanten” umbenannt haben?“, so eröffnet sich in den meisten Fällen die Gegenfrage „ne - warum - worum geht es?“. Schon ergibt sich ein Dialog über unsere aktuellen Klimathemen oder aber wir bieten ein von BremenZero selbst entwickeltes Klimaspiel „Die BürgermeisterChallenge “ an, um mit den Leuten zu spielen. Insofern sind die Klimaschutzmusikanten eindeutig der Gesprächsöffner die Menschen zu erreichen und die Blockade zu umgehen, dass Klimathemen vielleicht auch schwierig sind. Bei den allermeisten Gesprächen ergibt sich ein großes Interesse an Klimaschutzthemen, wenn man erstmal im Dialog ist.

3.    Würdet ihr anderen Lokalteams empfehlen einen ähnlichen Weg zu gehen?

Auf alle Fälle! Die Erklärung steht ja im Grunde schon zuvor. Es macht aus meiner Sicht Sinn eine eigene solche Strategie zu entwickeln. Gibt es dazu ggf. keine Ansätze, wäre zu überlegen, ob die Stadtmusikanten als Klimaschutzmusikanten nicht auch in einer anderen Stadt funktionieren können. Denn die Geschichte der Stadtmusikanten ist weltbekannt und wird auch in Schulen in China oder Mexiko erzählt. Es ist ein Deutsches Märchen und bekanntlich wollten die Stadtmusikanten zwar nach Bremen, um hier zu musizieren, sind aber im Märchen der Gebrüder Grimm nie in Bremen angekommen. Erst in unserer Fortsetzungsgeschichte kommen sie endlich in Bremen an. Vielleicht sind die 4 auf dem Weg auch woanders durchgekommen, oder haben sich wie LokalZero um Erweiterungsteams bemüht. Warum also nicht auch in Deiner Stadt?

4.    Bieten die Klimaschutzmusikanten Identifikationspunkte für euch persönlich?

Gute Frage :) Wenn Du mich persönlich fragst, wusste ich nicht, dass der Esel oft der schlauste ist.

Wenn wir BremenZeros über die Klimaschutzmusikanten sprechen, kommen wir immer wieder drauf zurück das die vier aus der Hilflosigkeit sehr resilient reagieren und sich beispielhaft selbst aktiviert haben aus einer ausweglosen Situation zu entkommen. Ganz entscheidend ist ihre Teamfähigkeit! Man kann die Klimaschutzmusikanten auch als Migranten oder Klimaflüchtlinge sehen. Sie gehen mutig voran und können uns somit den Weg weisen.

Weil Klimawandel kein Märchen ist - Klimalautern

Rotkäppchen-Poster der "Weil Klima kein Märchen ist"-Aktion von KlimaLautern
Rotkäppchen-Poster der "Weil Klima kein Märchen ist"-Aktion von KlimaLautern

Wie entstand die Idee?

KlimaLautern suchte nach einer Form der Klimakommunikation, die Menschen nicht über Probleme oder Verzicht anspricht, sondern über Geschichten und positive Zukunftsbilder.

Daraus entstand die Idee, bekannte Märchen neu zu erzählen. Die vertrauten Figuren wurden in aktuelle Klimakontexte versetzt und mit konkreten Lösungsansätzen verbunden.

Beispiele:

  • Rotkäppchen fährt Fahrrad, um dem Wolf zu entkommen: “Rotkäppchen ist schneller als der Wolf so glaubt”
  • Dornröschen findet Schatten im urbanen Grün: “Ach wie gut, dass jeder weiß, Dornröschen wird es längst zu heiß.”

Wie wurde das Projekt umgesetzt?

Für die Kampagne wurden bekannte Märchen neu geschrieben. Jede Geschichte greift einen Nachhaltigkeitsaspekt auf – Mobilität, regionale Landwirtschaft, regenerative Energien, Grün und Biodiversität oder Konsum – und erzählt von konkreten Klimaschutzmaßnahmen und Anpassungsstrategien.

Gemeinsam mit dem Kaiserslauterer Fotografen Thomas Brenner entstanden aufwendig inszenierte Motive, die die Märchenfiguren in moderne, leicht verrätselte Situationen versetzen. QR-Codes auf allen Plakaten führen zu den vollständigen Texten, zu einer Hörfassung (gesprochen von Schauspieler Stefan Kiefer) sowie zu Hintergrundinformationen über nachhaltiges Leben und Klimaschutz im Alltag.

Zusammenarbeit mit Jugendlichen

Jugendliche aus der Region wurden aktiv in die Gestaltung der Kampagne eingebunden und konnten eigene Ideen einbringen.Die Jugendlichen wurden über einen Aufruf an einem örtlichen Gymnasium sowie über Mund-zu-Mund angesprochen. Die Resonanz war geringer als erwartet, eine Darstellerin trat auch zurück, weil sie nicht in der Stadt so präsent sein wollte.

Zu den Shootings im Studio von Thomas Brenner waren Raum und Requisiten bereits inszeniert. Ihr „Kostüm" wählten die Jugendlichen selbst aus einer mitgebrachten Auswahl. Bewegungen und Posen wurden gemeinsam überlegt, mehrfach ausprobiert und festgehalten – welches Foto am Ende auf das Plakat kam, entschieden die Jugendlichen.

Wie wurde das Projekt veröffentlicht?

Zu sehen waren die Plakate im Rahmen einer märchenhaften Intervention an prominenten Orten im Stadtgebiet: zehn Wochen lang als Folien auf den Fenstern der Touristen-Information – dem Platz, an dem mit dem „LautrerSchatten" ein weiteres KlimaLautern-Projekt mit rund 40 Veranstaltungen stattfand –, eine Woche in den innerstädtischen Wall-Schaukästen, etwa an Bushaltestellen (die Miete ist teuer), zwei Monate im Programmkino der Stadt sowie einen Monat in kleinerem Format in den Bussen der Stadtwerke Kaiserslautern.

Inzwischen sind die Motive in eine Märchen-Ausstellung nach Pirmasens gewandert; Anfragen gibt es vom Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz und möglicherweise vom Biosphärenhaus in Lambrecht/Pfalz. Geplant sind zudem eine Lehrerfortbildung zur Plakatserie und die Weitergabe der Plakate samt begleitender Postkartenserie an interessierte Schulen.

Vorgestellt wurde die Serie bei einer „Vernissage": Drei Schauspielerinnen und Schauspieler des Pfalztheaters traten als Froschkönig, Gestiefelter Kater und letztes Einhorn auf und protestierten mit Mikro, Lautsprecher und Protestplakaten lautstark gegen die Zerstörung ihrer Lebensräume – witzig, schräg und mit vollem Einsatz. Begleitet wurde die Aktion von Instagram-Posts, unter anderem des Bezirksverbands Pfalz, und einem Bericht in der Lokalzeitung. Beim „art Walk" zur 750-Jahr-Feier trugen eine Schauspielerin des Theaters und eine Musikerin die Märchen außerdem professionell auf einem zentralen Platz vor. So dürfte die Kampagne auch Menschen erreicht haben, die nicht gezielt nach Informationen zum Klimaschutz suchen.

Wie aufwendig ist das?

Dornröschen-Poster der "Weil Klima kein Märchen"-Aktion von KlimaLautern
Dornröschen-Poster der "Weil Klima kein Märchen"-Aktion von KlimaLautern

Sehr. Zunächst müssen geeignete Märchen recherchiert und inhaltlich angepasst, Slogans und Headlines entwickelt und diskutiert werden. Hinzu kommen die Suche nach Models, die Gestaltung der Kulisse und ein professioneller Fotograf.

Fördermittel sind zu akquirieren, viele Beteiligte – Schauspieler, Fotograf, Grafiker – zu gemeinsamen Terminen zu koordinieren. Auch die Ausstellungsflächen wollen organisiert sein, idealerweise in Kooperation mit der Stadt, ebenso Transporte und Räume, um die Plakate nach der Nutzung zu lagern und weiterzugeben. Nicht zuletzt kosten Kontakte etwa zu Wall, Stadtwerken und Mittelgebern Zeit.

Was bringt das?

  • Positive Klimakommunikation statt Problemfokus
  • Niedrigschwelliger Zugang über bekannte Märchen
  • Hohe Sichtbarkeit im öffentlichen Raum
  • Beteiligung junger Menschen
  • KlimaLautern war teilweise relativ präsent in der Presse und bei Veranstaltungen wie der Vernissage, dem art Walk. Problem war die übergroße Hitze dieses Sommers, so dass die Zahl der Zuschauer oft nicht sehr groß war.

Tipps für andere Teams

  • Auf bestehende lokale Geschichten oder Märchen zurückgreifen
  • Klimalautern stellt fertige Plakat frei zur Nutzung zur Verfügung (die Layouts können angefragt werden- Plakaten können dann nachgedruckt werden, mit Logos anderer Sponsoren).

Weitere Infos

https://klimalautern.de/kein-maerchen/

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