LocalZero:Zukunftsworkshops
Die Teams WeilerswistZero, Klimaentscheid Lüneburg und DresdenZero konnten mit Zukunftsworkshops Menschen dazu animieren, gemeinsam über eine bessere Zukunft in ihrer Kommune ins Gespräch zu kommen. Durch die Frage “Wie wollen wir in Zukunft leben?” erreichten die Teams neue Menschen im Ort, fanden heraus was ihnen wichtig ist und definierte klare Handlungsfelder für Kommunen.
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WeilerswistZero: Zusammen Zukunft gestalten

Idee: Das Team WeilerswistZero hat nun bereits zum zweiten Mal Bürger:innen zu einem Workshop eingeladen, um mit ihnen eine positive Vision für ihren Ort zu entwickeln. Trotz unterschiedlicher Konzepte brachten beide Workshops Menschen unabhängig von ihrer politischen Überzeugung zusammen, stärkten den gemeinsamen Blick in die Zukunft und setzten auf Motivation statt Resignation. Die Vorstellung einer positiven Zukunft macht klar, was wirklich wichtig ist, gibt Kraft für Veränderungen und vereint Menschen, anstatt sie zu spalten. Es geht nicht darum konkrete Forderungen zu erarbeiten, sondern vor allem zu zeigen, dass Zukunft gestaltbar ist.
Organisation: WeilerswistZero beschreibt die Organisation der Workshops als komplexe Aufgabe. Bei ihrer Idee beginnend, mussten sie alles neu denken und erst einmal Worte für das finden, was sie vorhatten. Genau dafür gibt es diesen Steckbrief, damit euch das nicht genauso geht!
Beide Workshops fanden jeweils für zwei Stunden in der Aula der örtlichen Gesamtschule statt, die WeilerswistZero vorher bei der Gemeinde angefragt hatte. Nachdem Ort und Datum feststanden wurde die jeweilige Veranstaltung über eine Presseinfo für die allgemeine Presse, mit einem Artikel für das örtliche Wochenblatt, über Social Media, auf ihrer Webseite und beim ersten Workshop auch über Plakate beworben.
Der erste Workshop trug den Titel „Stell dir mal vor – ZukunftsBilder für Weilerswist“ und diente als Einstieg ins Thema. Der Workshop war wie folgt gegliedert:
- Begrüßung und Einleitung
- Aufstellübung zu Statements der Moderation
- Alle Teilnehmenden sollten sich je nach ihrer Zustimmung zu einem Statement entlang einer unsichtbaren Skala im Raum verteilen. Das ist eine gute Übung, um schnell ein Bild über die im Raum vertretenden Meinung zu bekommen.
- Statements sind beispielsweise:
- „Jede:r kann was für das Klima tun.”
- „Das Thema „Klima“ macht mich echt fertig.”
- Bilderausstellung
- Ein ehrenamtlicher Helfer hat mehrere KI-generierte Zukunftsbilder von Orten in Weilerswist erstellt. Das Team hat diese dann als Denkangebot im Raum verteilt aufgehangen.
- Die Bilder zeigen teilweise bewusst überspitzt die Potenziale von z.B. erneuerbaren Energien, E-Mobilität oder Stadtbegrünung.
- Die Teilnehmer:innen sollten sich erst in Zweiergruppen und dann im Plenum zu ihren Eindrücken austauschen.
- „Utopisches Aufladen”
- Die Leitfrage war: „Wie sollte Weilerswist im allerbesten Fall in 15 Jahren aussehen?”
- Genauere Infos zu dieser Methode findet ihr auf Seite 3 im Dokument „Handwerkszeug für Zukunftshandeln” von GermanWatch.
- Alle Beiträge wurden auf Flipcharts mitgeschrieben und später zusammengefasst.
- Vorstellung des Klimaschutzprogramms der Stadt vom Klimaschutzmanager
- Was aus dem Klimaschutzprogramm passt mit den Zukunftsvisionen für Weilerswist zusammen - und was nicht?
- Abschied und Ausblick
Der zweite Workshop fand fünf Monate später mit dem Titel „Ideenschmiede für Weilerswist“ statt und zielte darauf ab, konkrete Zukunftsbilder für Weilerswist entstehen zu lassen. Es war nicht nötig, vorher den ersten Workshop besucht zu haben. Das war der Ablauf:
- Begrüßung und Einleitung
- Aufstellübung zu einem Statement der Moderation (siehe oben)
- Orientierung auf eigene Werte und Prinzipien
- In Einzelarbeit sollte sich jede:r auf drei zentrale Werte in ihrem / seinem Leben besinnen und diese in handlungsleitenden Prinzipien übertragen.
- Arbeit in Kleingruppen zur „Utopischen Insel“
- Mit Menschen, die ähnliche Prinzipien teilen, sollte für ein Thema, das die Gruppe besonders interessiert (z.B. Alltag & Aktivitäten, Wohnen, Bildung, Architektur, Mobilität, Politische Strukturen, etc.) ein utopisches Szenario zum gewählten Thema für eine fiktive Insel kreiert werden. Wenn es um eine weit entfernte Insel geht, sind die Teilnehmenden meist fantasievoller und mutiger als für den eigenen Ort.
- Übertragung der Inselthemen auf Weilerswist 2040 und Vorstellung im Plenum
- Von der Utopie zur Realität - was ist ein Ideal, was eine reale Wunschvorstellung und was dient konkreten Forderungen und Aktionen?
- Abschied und Ausblick
Die gesammelten Impulse sind dann in Zukunftsbilder von Weilerswist eingeflossen, die mithilfe von KI generiert wurden. Zu einem Originalbild wurden mehrere alternative Zukunftsbilder mit jeweils verschiedenen Themenschwerpunkten erstellt. Sollte WeilerswistZero in Zukunft die Kapazitäten dazu haben, würden sie die Bilder gerne noch weiterentwickeln lassen.
Schaue dir diese Anleitung an, um zu erfahren, wie du mithilfe eines AI-Bildbearbeitungsprogramms eine grüne Version eines Bildes deiner Kommune erstellen kannst. Die Anleitung ist vor allem gut zum Ausprobieren und führt nicht immer zu solch guten Ergebnissen.
Kosten: Es sind nur für die Ausdrucke der Bilder Kosten entstanden.
Ergebnis: Viele verschiedene Bürger:innen aus Weilerswist und Umgebung, darunter Vertreter:innen der lokalen Politik, besuchten die Workshops. Trotz teilweiser sehr unterschiedlicher Ansichten ist es gelungen, offen und rücksichtsvoll miteinander umzugehen und einander zuzuhören.
WeilerswistZero will mit den entstandenen Bildern nun öffentlich sichtbar auftreten und Initiativen unterstützen, die die Ideen aufgreifen.
Tipp von WeilerswistZero:
- Klärt am besten schon im Vorhinein, wie mit den Bildern weitergearbeitet werden soll.
Klimaentscheid Lüneburg: Workshop zur Zukunftsfähigkeit der Lüneburger Wirtschaft
Auch das Team Klimaentscheid Lüneburg hat einen Workshop zu Zukunftsvisionen organisiert. Bei diesem ging es aber speziell um die Zukunft der Wirtschaft im Ort.
Der Workshop fand zusammen mit Reinventing Society statt, einem Thinktank, der unter anderem daran arbeitet, mit Kommunen Visionen und Zukunftsgrafiken zu erstellen. Zudem waren alle Kosten durch Projektgelder der Bertelsmann-Stiftung gedeckt. Dennoch kann das Konzept anderen Teams als Inspiration dienen.
Das Team Klimaentscheid Lüneburg brachte verschiedene Akteur:innen aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft zusammen, um gemeinsam eine Vision für eine nachhaltige und resiliente Zukunft der Lüneburger Wirtschaft zu entwickeln. Diese Zukunftsvision wurde am Beispiel des Lüneburger Hafens, einem oft übersehenen Ort der Stadt, visualisiert. Der Hafen steht dabei sinnbildlich für den Ausdruck „Think globally, act locally” und soll als Anregung für weitere Überlegungen und Gespräche dienen. Alle Teilnehmenden haben sich im utopischen Denken versucht und der gesamte Prozess wurde am Ende in Form einer Zukunftsgrafik festgehalten.
Mehr Informationen gibt es in diesem ausführlichen Steckbrief zur Aktion.
DresdenZero: Klimaschutz-Wunschzettel von Schüler:innen an Bürgermeisterin

Idee: Wie kann man schon Kinder dazu ermutigen, sich eine nachhaltigere Zukunft für ihre Stadt vorzustellen? Als Antwort darauf hat DresdenZero mit 10 Dresdner Schulen die Klimabildungsinitiative auf die Beine gestellt. Bevor die Kinder Zukunftsvisionen sammelten, wurden im Unterricht mögliche Umweltschutzmaßnahmen besprochen. Danach durften sie ihre eigenen Wünsche für eine nachhaltigere Zukunft in Dresden auf sogenannten Klimaschutz-Wunschzetteln festhalten. Ziel war es nicht nur über Klimaschutz zu informieren, sondern auch die Kinder zu ermutigen sich aktiv einzubringen und an planerischen Prozessen als “kleine” Bürger:innen teilzuhaben.
Organisation: Die Hauptschwierigkeit an dieser Aktion lag darin die Schulen und Lehrenden zu erreichen. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis DresdenZero den Kontakt zu genug Klassen hatte, da oft die Zuständigkeiten innerhalb der Schulen unklar waren, sie nur Kontakt zum Sekretariat und nicht mit den Lehrkräften direkt hatten oder gar nicht erst eine Rückmeldung bekommen haben.
War die erste Hürde aber erst einmal genommen, wurde es einfacher. Die Arbeit in den Klassen wurde von den Lehrkräften übernommen, für die DresdenZero bei Bedarf ein Infopaket mit Lehrmaterialien und den Wunschzetteln bereitstellte. Bei Rückfragen konnten sich die Lehrenden jederzeit beim Projektleiter von DresdenZero für diese Aktion melden.
Kosten: Es sind keine Kosten für das Team entstanden.

Ergebnis: Insgesamt kamen 155 Klimaschutz-Wunschzettel mit kreativen Ideen zu zum Beispiel grüner Energie, sauberem Verkehr und mehr Grünflächen in der Stadt zusammen! Einige, vorher ausgeloste, Kinder konnten ihre Wünsche sogar offiziell and die Dresdner Umweltbürgermeisterin überreichen, welche versicherte die Perspektive junger Menschen im Klimaschutzkonzept zu berücksichtigen.
DresdenZero hat für die Aktion den Publikumspreis „Bildung gestaltet Zukunft” der Lokalen Agenda Dresden 2025 gewonnen. Durch den Preis wurden nicht nur andere Menschen auf das Team aufmerksam, sondern sie haben auch ein Preisgeld erhalten, welches nun für andere Projekte genutzt werden kann. Außerdem sind mindestens zwei neue Menschen dem Team beigetreten.
Tipp von DresdenZero:
- Es ist sinnvoll, die Schulen per Mail zu kontaktieren, aber nutzt vor allem persönliche Kontakte! Vielleicht seid ihr selbst Eltern und habt Kinder in der Schule oder kennt Menschen, die sich innerhalb einer Schule auskennen und gezielt Lehrkräfte ansprechen können.
Du suchst noch mehr Ideen für Projekte mit Schulkindern? Dann schaue doch mal bei den Projekttage an Schulen in Rüsselsheim vorbei.


