Zum Inhalt springen

LocalZero:Erdgas: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Mitmachen
FranziskaW (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
FranziskaW (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 1: Zeile 1:
=== Allgemeine Argumente – fossil, teuer, klimaschädlich ===
== Allgemeine Argumente – fossil, teuer, klimaschädlich ==
<blockquote>Erdgas ist ein KAK: Klimakiller, macht abhängig und ist eine Kostenfalle </blockquote>
<blockquote>Erdgas ist ein KAK: Klimakiller, macht abhängig und ist eine Kostenfalle </blockquote>


=== Klimaschädlich ===  
=== Klimaschädlich ===
* Der Hauptbestandteil von Erdgas ist Methan – einem besonders klimaschädliches Treibhausgas (etwa 83 mal so klimaschädlich wie die gleiche Menge CO2).  
* Der Hauptbestandteil von Erdgas ist Methan – einem besonders klimaschädliches Treibhausgas (etwa 83 mal so klimaschädlich wie die gleiche Menge CO2).  
* Durch diese Treibhausgas-Emissionen bei Förderung, Transport und Verarbeitung trägt Erdgas maßgeblich zur Erderhitzung bei.  
* Durch diese Treibhausgas-Emissionen bei Förderung, Transport und Verarbeitung trägt Erdgas maßgeblich zur Erderhitzung bei.  
* Ohne einen Erdgasausstieg können wir unsere Klimaziele nicht erreichen  
* Ohne einen Erdgasausstieg können wir unsere Klimaziele nicht erreichen  


'''-> Für eine saubere Wärmeversorgung brauchen wir einen gezielten Ausbau von erneuerbaren Energien und klimafreundliche Heizungen'''  
'''-> Für eine saubere Wärmeversorgung brauchen wir einen gezielten Ausbau von erneuerbaren Energien und klimafreundliche Heizungen'''


=== Fossile Abhängigkeiten ===
=== Fossile Abhängigkeiten ===
Zeile 15: Zeile 15:
*Der Ausbau oder die Modernisierung von Gasnetzen bindet Kapital langfristig an eine Technologie, die perspektivisch auslaufen muss.   
*Der Ausbau oder die Modernisierung von Gasnetzen bindet Kapital langfristig an eine Technologie, die perspektivisch auslaufen muss.   


'''Eine sichere Wärmeversorgung gelingt durch die Überwindung von fossilen Abhängigkeiten. Dezentral produzierte Energie aus erneuerbaren Quellen sichert uns Widerstandfähigkeit gegen geopolitischen Risiken und macht uns unabhängiger von internationalen Märkten.'''  
'''Eine sichere Wärmeversorgung gelingt durch die Überwindung von fossilen Abhängigkeiten. Dezentral produzierte Energie aus erneuerbaren Quellen sichert uns Widerstandfähigkeit gegen geopolitischen Risiken und macht uns unabhängiger von internationalen Märkten.'''


=== Teuer – die strukturelle Kostenfalle ===  
=== Teuer – die strukturelle Kostenfalle ===
*Gaskosten steigen neben Beschaffungskosten, Steuern und Abgaben durch zwei Faktoren: höhere Preise für CO₂-Zertifikate und zunehmende Netzentgelte. Mehr dazu: unter Gaskostenfalle  
*Gaskosten steigen neben Beschaffungskosten, Steuern und Abgaben durch zwei Faktoren: höhere Preise für CO₂-Zertifikate und zunehmende Netzentgelte. Mehr dazu: unter Gaskostenfalle  


Zeile 27: Zeile 27:


Für Menschen mit wenig Geld kann das die Energiearmut bedeuten. Die Politik muss klimafreundliches Heizen für alle bezahlbar machen – und das geht nicht mit Erdgas.  
Für Menschen mit wenig Geld kann das die Energiearmut bedeuten. Die Politik muss klimafreundliches Heizen für alle bezahlbar machen – und das geht nicht mit Erdgas.  
=== Die Dynamik im Detail ===  
=== Die Dynamik im Detail ===  


Zeile 36: Zeile 34:


Diese Dynamik schafft eine sich selbst beschleunigende und verstärkende Entwicklung: Höhere Gasnetzentgelte führen dazu, dass weitere Haushalte auf Wärmepumpen umsteigen. Steigende Kosten erhöhen für die verbleibenden Kund:innen wiederum den Anreiz, ebenfalls auf klimafreundlichere und preisgünstige Alternativen zu wechseln.  
Diese Dynamik schafft eine sich selbst beschleunigende und verstärkende Entwicklung: Höhere Gasnetzentgelte führen dazu, dass weitere Haushalte auf Wärmepumpen umsteigen. Steigende Kosten erhöhen für die verbleibenden Kund:innen wiederum den Anreiz, ebenfalls auf klimafreundlichere und preisgünstige Alternativen zu wechseln.  
== Oft gestellte Fragen (FAQ) ==
== Oft gestellte Fragen (FAQ) ==
=== Lieber Erdgas in Deutschland fördern als Fracking Gas aus den USA importieren! ===  
=== Lieber Erdgas in Deutschland fördern als Fracking Gas aus den USA importieren! ===  
Zeile 51: Zeile 45:
*Andere Heizungssysteme wie Gas, Holz oder Wasserstoff werden eine vernachlässigbare Rolle spielen (siehe dazu den Report der Ariadne-Projekts).  
*Andere Heizungssysteme wie Gas, Holz oder Wasserstoff werden eine vernachlässigbare Rolle spielen (siehe dazu den Report der Ariadne-Projekts).  


''Siehe dazu auch Wiki-Artikel mit den klimafreundlichen Heizarten (hier ggf. Wasserstoff, pellets und Biomethan ergänzen)''  
''Siehe dazu auch Wiki-Artikel mit den klimafreundlichen Heizarten (hier ggf. Wasserstoff, pellets und Biomethan ergänzen)''
 
== Was können Bund & Kommunen tun? ==
== Was können Bund & Kommunen tun? ==


Zeile 61: Zeile 53:
*Beteiligung der Bevölkerung über Information und Dialog ermöglichen  
*Beteiligung der Bevölkerung über Information und Dialog ermöglichen  
*Niedrigschwellige Beratung für Verbraucher:innen anbieten eigene Förderprogramme oder Zuschüsse für einen Heizungswechsel oder energetische Sanierung aufsetzen  
*Niedrigschwellige Beratung für Verbraucher:innen anbieten eigene Förderprogramme oder Zuschüsse für einen Heizungswechsel oder energetische Sanierung aufsetzen  
'''''Hier best Practice verlinken'''''  
'''''Hier best Practice verlinken'''''  


Zeile 74: Zeile 63:
#Kommunen bzw. Netzbetreiber zu verbindlichen Gasausstiegsplänen verpflichten.  
#Kommunen bzw. Netzbetreiber zu verbindlichen Gasausstiegsplänen verpflichten.  
*Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit von Brennstoffen wie Wasserstoff und Biomethan nicht als “grüne” Heizlösungen überschätzen  
*Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit von Brennstoffen wie Wasserstoff und Biomethan nicht als “grüne” Heizlösungen überschätzen  
== Was können Lokalteams tun? ==  
== Was können Lokalteams tun? ==  



Version vom 12. August 2026, 08:46 Uhr

Allgemeine Argumente – fossil, teuer, klimaschädlich

Erdgas ist ein KAK: Klimakiller, macht abhängig und ist eine Kostenfalle

Klimaschädlich

  • Der Hauptbestandteil von Erdgas ist Methan – einem besonders klimaschädliches Treibhausgas (etwa 83 mal so klimaschädlich wie die gleiche Menge CO2).
  • Durch diese Treibhausgas-Emissionen bei Förderung, Transport und Verarbeitung trägt Erdgas maßgeblich zur Erderhitzung bei.
  • Ohne einen Erdgasausstieg können wir unsere Klimaziele nicht erreichen

-> Für eine saubere Wärmeversorgung brauchen wir einen gezielten Ausbau von erneuerbaren Energien und klimafreundliche Heizungen

Fossile Abhängigkeiten

  • Der Import von Erdgas und Flüssiggas (LNG) bedeutet anhaltende wirtschaftliche und politische Abhängigkeit von internationalen Lieferketten.
  • Gaskosten sind abhängig von Preis- und Versorgungsschwankungen auf dem Weltmarkt.
  • Investitionen in neue Gasinfrastruktur verlängern fossile Strukturen über Jahrzehnte
  • Der Ausbau oder die Modernisierung von Gasnetzen bindet Kapital langfristig an eine Technologie, die perspektivisch auslaufen muss.

Eine sichere Wärmeversorgung gelingt durch die Überwindung von fossilen Abhängigkeiten. Dezentral produzierte Energie aus erneuerbaren Quellen sichert uns Widerstandfähigkeit gegen geopolitischen Risiken und macht uns unabhängiger von internationalen Märkten.

Teuer – die strukturelle Kostenfalle

  • Gaskosten steigen neben Beschaffungskosten, Steuern und Abgaben durch zwei Faktoren: höhere Preise für CO₂-Zertifikate und zunehmende Netzentgelte. Mehr dazu: unter Gaskostenfalle

Verbraucher:innen müssen vor steigenden Kosten geschützt werden. Eine sozial gerechte Wärmewende gelingt durch Beratungsangebote und gezielte Förderung von klimafreundlichen Heizungen und energetischen Sanierungsmaßnahmen.

Die Gaskostenfalle

Die Gaspreise werden für Verbraucher:innen immer weiter steigen, insbesondere durch stark wachsende Gasnetzentgelte. Davon betroffen sind vor allem Haushalte, die nicht auf Wärmepumpen oder Wärmenetze umsteigen können – z. B. wegen finanzieller Einschränkungen oder ihres Mietverhältnisses.

Für Menschen mit wenig Geld kann das die Energiearmut bedeuten. Die Politik muss klimafreundliches Heizen für alle bezahlbar machen – und das geht nicht mit Erdgas.

Die Dynamik im Detail

Jedes Gasverteilnetz hat Fixkosten, welche unabhängig von der Anzahl der Nutzer:innen und

der transportierten Gasmenge bestehen. Steigen Verbraucher:innen aus dem Gasnetz aus, etwa weil sie von Erdgas zu einer nachhaltigen Heizung wechseln, steigen diese Kosten für die verbleibenden Gaskund:innen.

Diese Dynamik schafft eine sich selbst beschleunigende und verstärkende Entwicklung: Höhere Gasnetzentgelte führen dazu, dass weitere Haushalte auf Wärmepumpen umsteigen. Steigende Kosten erhöhen für die verbleibenden Kund:innen wiederum den Anreiz, ebenfalls auf klimafreundlichere und preisgünstige Alternativen zu wechseln.

Oft gestellte Fragen (FAQ)

Lieber Erdgas in Deutschland fördern als Fracking Gas aus den USA importieren!

In Deutschland gibt es nur wenige Erdgasvorkommen. Selbst wenn wir sie alle nutzen, könnten wir damit nur 5 % unseres Erdgasverbrauchs decken (Sollten wir das gefährliche Fracking erlauben, wären es 20 %). Damit wären wir aber immer noch zu 80 % abhängig von Importen aus dem Ausland. Wer sich unabhängig von Importen machen will, sollte die Erneuerbaren Energien ausbauen. (Quelle: https://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/energiereserven-deutsche-gasvorkommen-und-ihre-foerdermoeglichkeiten-a-e124e6ae-44e6-40e6-ac1f-70ce4fe59135)

Wie werden wir in Zukunft heizen?

  • Hauptsächlich mit Nah- und Fernwärme sowie Wärmepumpen (dazu Studie von Agora Energiewende).
  • Im Jahr 2045 werden Wärmepumpen voraussichtlich zwei Drittel der Wohnhäuser beheizen, während Wärmenetze etwa ein Drittel versorgen
  • Andere Heizungssysteme wie Gas, Holz oder Wasserstoff werden eine vernachlässigbare Rolle spielen (siehe dazu den Report der Ariadne-Projekts).

Siehe dazu auch Wiki-Artikel mit den klimafreundlichen Heizarten (hier ggf. Wasserstoff, pellets und Biomethan ergänzen)

Was können Bund & Kommunen tun?

Kommunen

  • schrittweise Stilllegung der Gasnetze strategisch parallel zur Umsetzung der Kommunalen Wärmeplanung mitdenken
  • Frühzeitige und transparente Kommunikation über die lokale Wärmewende
  • Beteiligung der Bevölkerung über Information und Dialog ermöglichen
  • Niedrigschwellige Beratung für Verbraucher:innen anbieten eigene Förderprogramme oder Zuschüsse für einen Heizungswechsel oder energetische Sanierung aufsetzen

Hier best Practice verlinken

Bund

  • Eine gesetzliche Grundlage für eine Gasstillnetzlegung schaffen (mit der Novellierung des Energiewirtschaftsgesetz (EnWG))
  • Absenkung der Stromsteuer für den kostengünstigen Betrieb von Wärmepumpen
  • Verbraucher:innen vor der Gaskostenfalle schützen, durch
  1. wirksame, einkommensabhängige Förderprogramme für erneuerbare Wärme und energetische Sanierung.
  2. klare gesetzliche Leitplanken wie die 65% Erneuerbare Energien-Vorgabe im Gebäudeenergiegesetz setzen
  3. Kommunen bzw. Netzbetreiber zu verbindlichen Gasausstiegsplänen verpflichten.
  • Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit von Brennstoffen wie Wasserstoff und Biomethan nicht als “grüne” Heizlösungen überschätzen

Was können Lokalteams tun?

-> Siehe dazu Verlinkung auf anderen Artikel

Einzelnachweise