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* In einem selbstorganisierten Team entstehen Rollen erst mit der Zeit, sie werden nicht von oben zugeteilt. Genau das birgt Konfliktpotenzial: Wer welche Rolle übernimmt, wer Entscheidungen trifft und wer wofür verantwortlich ist, muss immer wieder neu ausgehandelt werden. | * '''In einem selbstorganisierten Team entstehen Rollen erst mit der Zeit''', sie werden nicht von oben zugeteilt. Genau das birgt '''Konfliktpotenzial''': Wer welche Rolle übernimmt, wer Entscheidungen trifft und wer wofür verantwortlich ist, muss immer wieder neu ausgehandelt werden. | ||
* Teamdynamiken sind wandelbar. Manchmal kann ein neues Teammitglied oder der Austritt einer Person die gesamte Gruppe verändern. Besonders bei ehrenamtlich engagierten Gruppen ist ein stetiger Wechsel im Team nicht selten. | * '''Teamdynamiken sind wandelbar'''. Manchmal kann ein neues Teammitglied oder der Austritt einer Person die gesamte Gruppe verändern. Besonders bei ehrenamtlich engagierten Gruppen ist ein stetiger Wechsel im Team nicht selten. | ||
* Hierarchien und Machtstrukturen sind informell | * '''Hierarchien und Machtstrukturen sind informell.''' Führung entsteht oft im Moment oder in einzelnen Entscheidungssituationen. Dabei können sich Untergruppen und Lager bilden. Das bringt einerseits wertvolle, vielfältige Perspektiven ein, kann andererseits aber auch Konflikte befeuern. | ||
* Einzelpersonen, die | * '''Oft sind es Einzelpersonen, die eine Führungsrolle übernehmen.''' Sie sind häufig besonders engagiert, mit hohem Risiko, sich selbst zu überlasten. Mögliche Folgen: Unzufriedenheit, hoher Erwartungsdruck und letztlich Ermüdung und Rückzug. | ||
Daher ist gerade in ehrenamtlichen Strukturen die Motivation der Mitglieder entscheidend (dazu unten mehr). | Daher ist gerade in ehrenamtlichen Strukturen die Motivation der Mitglieder entscheidend (dazu unten mehr). | ||
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Es entstehen Konflikte um die Führungsrolle oder Personen sind nicht bereit, Verantwortung zu übernehmen. Dadurch erstarrt die Gruppe und ist nicht arbeitsfähig. | Es entstehen Konflikte um die Führungsrolle oder Personen sind nicht bereit, Verantwortung zu übernehmen. Dadurch erstarrt die Gruppe und ist nicht arbeitsfähig. | ||
'''Sündenbock-Dynamik:''' | '''Sündenbock-Dynamik:''' | ||
Ein einzelnes Teammitglied wird für die Probleme der Gruppe verantwortlich gemacht. | Ein einzelnes Teammitglied wird für die Probleme der Gruppe verantwortlich gemacht. | ||
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* Externe Moderation oder Beratung hinzuziehen | * Externe Moderation oder Beratung hinzuziehen | ||
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Mehr Infos zur Bindung von Mitgliedern an das Team, findest du hier und auf der Checkliste „Mitglieder halten“. | Mehr Infos zur Bindung von Mitgliedern an das Team, findest du [[LocalZero:Teammitglieder finden#5. Teambuilding und -bindung: (Neue) Mitglieder halten – Feel-Good-Manager:in|hier]] und auf der [https://mitmachen-wiki.germanzero.org/wiki/images/5/5f/Checkliste_Mitglieder_halten.pdf Checkliste „Mitglieder halten“]. | ||
=== '''Motivation''' === | === '''Motivation''' === | ||
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|Misserfolg | |Misserfolg | ||
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|'''Anschluss''' | |'''Sozialer Anschluss''' | ||
|Positive Beziehung, Kooperation, Zugehörigkeitsgefühl | |Positive Beziehung, Kooperation, Zugehörigkeitsgefühl | ||
|Zurückweisung | |Zurückweisung | ||
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* Lob und Anerkennung aussprechen | * Lob und Anerkennung aussprechen | ||
* Auf Wirkung fokussieren, Wirkungsraum größer denken (z.B. die ganze Stadt mit einbeziehen, nicht nur eine kleine Gruppe) | * Auf Wirkung fokussieren, Wirkungsraum größer denken (z.B. die ganze Stadt mit einbeziehen, nicht nur eine kleine Gruppe) | ||
[[Kategorie:Zusammenarbeit im Team]] | |||
Aktuelle Version vom 13. Oktober 2026, 16:36 Uhr
Teamdynamiken
Was überhaupt ist eine Teamdynamik?
Teammitglieder beeinflussen sich, das Team und andere Gruppen gegenseitig, sei es über Verhalten, Reaktionen oder die Beziehung zueinander. Dieses Wechselspiel nennen wir Teamdynamik. Eine Teamdynamik entwickelt sich ständig weiter und verändert, wie das Team arbeitet und strukturiert ist.
Fragen, die mit dem Thema Teamdynamiken zusammenhängen:
- Wie sehr folgen einzelne Mitglieder den (un)ausgesprochenen Regeln, Werten und Abläufen der Gruppe?
- Wie eng ist der Gruppenzusammenhalt und die Bindung Einzelner an die Gruppe?
- Wie gut kann die Gruppe zusammenarbeiten?
Warum ist Teamdynamik besonders für selbstorganisierte Teams wichtig?
- In einem selbstorganisierten Team entstehen Rollen erst mit der Zeit, sie werden nicht von oben zugeteilt. Genau das birgt Konfliktpotenzial: Wer welche Rolle übernimmt, wer Entscheidungen trifft und wer wofür verantwortlich ist, muss immer wieder neu ausgehandelt werden.
- Teamdynamiken sind wandelbar. Manchmal kann ein neues Teammitglied oder der Austritt einer Person die gesamte Gruppe verändern. Besonders bei ehrenamtlich engagierten Gruppen ist ein stetiger Wechsel im Team nicht selten.
- Hierarchien und Machtstrukturen sind informell. Führung entsteht oft im Moment oder in einzelnen Entscheidungssituationen. Dabei können sich Untergruppen und Lager bilden. Das bringt einerseits wertvolle, vielfältige Perspektiven ein, kann andererseits aber auch Konflikte befeuern.
- Oft sind es Einzelpersonen, die eine Führungsrolle übernehmen. Sie sind häufig besonders engagiert, mit hohem Risiko, sich selbst zu überlasten. Mögliche Folgen: Unzufriedenheit, hoher Erwartungsdruck und letztlich Ermüdung und Rückzug.
Daher ist gerade in ehrenamtlichen Strukturen die Motivation der Mitglieder entscheidend (dazu unten mehr).
Typische Dynamiken & Lösungen
| Problematische Dynamiken | Umgangsweisen & Tipps |
| Faulenzen:
Teammitglieder engagieren sich weniger, wenn der eigene Beitrag nicht identifizierbar ist. |
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| Verantwortungsdiffusion:
Niemand fühlt sich allein verantwortlich, dadurch bleiben Aufgaben liegen, es entsteht Trägheit. |
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| Machtkämpfe und Resignation:
Es entstehen Konflikte um die Führungsrolle oder Personen sind nicht bereit, Verantwortung zu übernehmen. Dadurch erstarrt die Gruppe und ist nicht arbeitsfähig. Sündenbock-Dynamik: Ein einzelnes Teammitglied wird für die Probleme der Gruppe verantwortlich gemacht. |
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Mehr Infos zur Bindung von Mitgliedern an das Team, findest du hier und auf der Checkliste „Mitglieder halten“.
Motivation
Besonders in selbstorganisierten und ehrenamtlichen Teams ist die Motivation das A&O. Alle Teammitglieder haben Motive (Gründe), warum sie in der Gruppe bleiben. Motive lassen sich in drei Gruppen kategorisieren:
| Motiv | Ziele | Sorge vor |
| Leistung | Erfolg, Zielerreichung, Stolz | Misserfolg |
| Sozialer Anschluss | Positive Beziehung, Kooperation, Zugehörigkeitsgefühl | Zurückweisung |
| Macht | Einfluss, Status | Fremder Kontrolle |
Teammitglieder damit catchen, was ihnen wichtig ist
Gerade im digitalen Raum kommt der Anschluss häufig zu kurz. Aber auch die anderen Motive sind leicht aus den Augen zu verlieren. Um Teammitglieder zu gewinnen und zu halten, braucht es die richtigen Anreize::
Leistung:
- Ziele setzen, die erreichbar sind
- Frühzeitige Planung, damit Aktionen erfolgreich durchführbar sind
- Auf Wirkung fokussieren und diese klar aufzeigen
- Erfolge, selbst kleine, feiern und ggf. öffentlich kommunizieren
Sozialer Anschluss:
- Raum für Persönliches im Arbeitsumfeld, z.B. ein Check-in im Meeting oder ein gemeinschaftliches Feierabendgetränk
- informeller Austausch, soziale Treffen außerhalb der Agenda (besonders zu Neumitgliedern)
- Teambuilding Elemente einbauen
- Kleingruppenarbeit
- Präsenztreffen
- auch diejenigen im Blick behalten, die sich nicht aus Wunsch nach Anschluss der Gruppe anschließen, damit kein sozialer Druck entsteht
Macht:
- Rollenprofile herausarbeiten, damit Personen das Gefühl bekommen, wichtig für den Erfolg zu sein
- Lob und Anerkennung aussprechen
- Auf Wirkung fokussieren, Wirkungsraum größer denken (z.B. die ganze Stadt mit einbeziehen, nicht nur eine kleine Gruppe)