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LocalZero:Erdgas: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Verbraucher:innen müssen vor steigenden Kosten geschützt werden. Eine sozial gerechte Wärmewende gelingt durch Beratungsangebote und gezielte Förderung von klimafreundlichen Heizungen und energetischen Sanierungsmaßnahmen.'''  
'''Verbraucher:innen müssen vor steigenden Kosten geschützt werden. Eine sozial gerechte Wärmewende gelingt durch Beratungsangebote und gezielte Förderung von klimafreundlichen Heizungen und energetischen Sanierungsmaßnahmen.'''  


== Die Gaskostenfalle ==  
== Die Gaskostenfalle ==
 
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Die Gaspreise werden für Verbraucher:innen immer weiter steigen, insbesondere durch stark wachsende Gasnetzentgelte. Davon betroffen sind vor allem Haushalte, die nicht auf Wärmepumpen oder Wärmenetze umsteigen können – z. B. wegen finanzieller Einschränkungen oder ihres Mietverhältnisses.  
Die Gaspreise werden für Verbraucher:innen immer weiter steigen, insbesondere durch stark wachsende Gasnetzentgelte. Davon betroffen sind vor allem Haushalte, die nicht auf Wärmepumpen oder Wärmenetze umsteigen können – z. B. wegen finanzieller Einschränkungen oder ihres Mietverhältnisses.  


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== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
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[[Kategorie:Wärme]]

Aktuelle Version vom 12. August 2026, 09:24 Uhr

Allgemeine Argumente – fossil, teuer, klimaschädlich

Erdgas ist ein KAK: Klimakiller, macht abhängig und ist eine Kostenfalle

Klimaschädlich

  • Der Hauptbestandteil von Erdgas ist Methan – einem besonders klimaschädliches Treibhausgas (für 20 Jahre lang etwa 83 mal so klimaschädlich wie die gleiche Menge CO2).[1]
  • Durch diese Treibhausgas-Emissionen bei Förderung, Transport und Verarbeitung trägt Erdgas maßgeblich zur Erderhitzung bei.
  • Ohne einen Erdgasausstieg können wir unsere Klimaziele nicht erreichen

-> Für eine saubere Wärmeversorgung brauchen wir einen gezielten Ausbau von erneuerbaren Energien und klimafreundliche Heizungen

Fossile Abhängigkeiten

In Deutschland gibt es nur wenige heimsiche Erdgasvorkommen. Selbst wenn wir sie alle nutzen, könnten wir damit nur 5 % unseres Erdgasverbrauchs decken (Sollten wir das gefährliche Fracking erlauben, wären es 20 %). Damit wären wir aber immer noch zu 80 % abhängig von Importen aus dem Ausland.[2]

Deutschland importiert sein Erdgas hauptsächlich aus Norwegen, den Niederladen und Belgien. Erdgas ist auch dort problematisch:

  • Norwegen bohrt nach so viel Erdgas, das sie ihre eigenen Klimaverpflichtungen nicht mehr einhalten
  • Die Niederlande und Belgien sind ein wichtiges Transitland für flüssiges Erdgas (LNG) Das flüssige Erdgas kommt z.B. aus den USA, wo es durch extrem problematisches Fracking gewonnen wird oder aus Diktaturen wie Qatar[3]
  • Bis 2027 ist es in der EU noch erlaubt, Erdgas aus Russland zu importieren. 2025 hat die EU für mehr als 7 Milliarden Euro Putin’s Erdgas gekauft[4]
Land Menge Anteil am Erdgasimport
Norwegen 416.431 GWh      50%
Niederlande* 215.921 GWh 25%
Belgien* 154.012 GWh 18%
LNG (z.B. aus USA, Qatar) 68.762 GWh 8%
Übriges Europa* 8.694 GWh 1%

*Lieferungen enthalten LNG-Gas u.a. aus den USA und Russland[2]

Eine sichere Wärmeversorgung gelingt durch die Überwindung von fossilen Abhängigkeiten. Dezentral produzierte Energie aus erneuerbaren Quellen sichert uns Widerstandfähigkeit gegen geopolitischen Risiken und macht uns unabhängiger von internationalen Märkten.

Teuer – die strukturelle Kostenfalle

Gaskosten steigen durch zwei Faktoren (neben Beschaffungskosten, Steuern und Abgaben): höhere Preise für CO₂-Zertifikate und zunehmende Netzentgelte. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Verbraucher:innen müssen vor steigenden Kosten geschützt werden. Eine sozial gerechte Wärmewende gelingt durch Beratungsangebote und gezielte Förderung von klimafreundlichen Heizungen und energetischen Sanierungsmaßnahmen.

Die Gaskostenfalle

Die Gaspreise werden für Verbraucher:innen immer weiter steigen, insbesondere durch stark wachsende Gasnetzentgelte. Davon betroffen sind vor allem Haushalte, die nicht auf Wärmepumpen oder Wärmenetze umsteigen können – z. B. wegen finanzieller Einschränkungen oder ihres Mietverhältnisses.

Für Menschen mit wenig Geld kann das die Energiearmut bedeuten. Die Politik muss klimafreundliches Heizen für alle bezahlbar machen – und das geht nicht mit Erdgas.

Die Dynamik im Detail

Jedes Gasverteilnetz hat Fixkosten, welche unabhängig von der Anzahl der Nutzer:innen und der transportierten Gasmenge bestehen. Steigen Verbraucher:innen aus dem Gasnetz aus, etwa weil sie von Erdgas zu einer nachhaltigen Heizung wechseln, steigen diese Kosten für die verbleibenden Gaskund:innen.

Diese Dynamik schafft eine sich selbst beschleunigende und verstärkende Entwicklung: Höhere Gasnetzentgelte führen dazu, dass weitere Haushalte auf Wärmepumpen umsteigen. Steigende Kosten erhöhen für die verbleibenden Kund:innen wiederum den Anreiz, ebenfalls auf klimafreundlichere und preisgünstige Alternativen zu wechseln.

Oft gestellte Fragen (FAQ)

Lieber Erdgas in Deutschland fördern als Fracking-Gas aus den USA importieren!

In Deutschland gibt es nur wenige Erdgasvorkommen. Selbst wenn wir sie alle nutzen, könnten wir damit nur 5 % unseres Erdgasverbrauchs decken (Sollten wir das gefährliche Fracking erlauben, wären es 20 %). Damit wären wir aber immer noch zu 80 % abhängig von Importen aus dem Ausland. Wer sich unabhängig von Importen machen will, sollte die Erneuerbaren Energien ausbauen.[2]

Wie werden wir in Zukunft heizen?

  • Hauptsächlich mit Nah- und Fernwärme sowie Wärmepumpen (dazu Studie von Agora Energiewende).
  • Im Jahr 2045 werden Wärmepumpen voraussichtlich zwei Drittel der Wohnhäuser beheizen, während Wärmenetze etwa ein Drittel versorgen
  • Andere Heizungssysteme wie Gas, Holz oder Wasserstoff werden eine vernachlässigbare Rolle spielen (siehe dazu den Report der Ariadne-Projekts).

Was können Bund & Kommunen tun?

Kommunen

  • schrittweise Stilllegung der Gasnetze strategisch parallel zur Umsetzung der Kommunalen Wärmeplanung mitdenken
  • Frühzeitige und transparente Kommunikation über die lokale Wärmewende
  • Beteiligung der Bevölkerung über Information und Dialog ermöglichen
  • Niedrigschwellige Beratung für Verbraucher:innen anbieten eigene Förderprogramme oder Zuschüsse für einen Heizungswechsel oder energetische Sanierung aufsetzen

Bund

  • Eine gesetzliche Grundlage für eine Gasstillnetzlegung schaffen (mit der Novellierung des Energiewirtschaftsgesetz (EnWG))
  • Absenkung der Stromsteuer für den kostengünstigen Betrieb von Wärmepumpen
  • Verbraucher:innen vor der Gaskostenfalle schützen, durch
  1. wirksame, einkommensabhängige Förderprogramme für erneuerbare Wärme und energetische Sanierung.
  2. klare gesetzliche Leitplanken wie die 65% Erneuerbare Energien-Vorgabe im Gebäudeenergiegesetz setzen
  3. Kommunen bzw. Netzbetreiber zu verbindlichen Gasausstiegsplänen verpflichten.
  • Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit von Brennstoffen wie Wasserstoff und Biomethan nicht als “grüne” Heizlösungen überschätzen

Was können Lokalteams tun?

-> Siehe dazu LocalZero:Wärmewende

Einzelnachweise